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Stück Stadtgeschichte lebt jetzt
„Glück-Auf, Glück-Auf, der Steiger kommt“. Die Chorvereinigung Sontra hat unter der Leitung von Heinrich Roß die Einweihung vom Bergbaumuseum sowie dem August-Ratajczak-Stollen mit dem Steigerlied nicht nur sehr passend begonnen, sondern auch gleich Gänsehaut bei den vielen Gästen der feierlichen Zeremonie hervorgerufen.
Rudi Kraft, der zusammen mit seinen Bergbaukumpels Horst Arnold und Wolfgang Seip in fast 900 ehrenamtlichen Stunden den Ausbau vorangetrieben hat (WR berichtete), konnte viele Ehrengäste, aber auch viele interessierte Bürger unter dem Zelt begrüßen, das die Mitglieder des Kleingartenvereins zur Verfügung stellten und vor dem Gewölbekeller des Sontraer Rathauses aufgebaut haben. Bevor er - Rudi Kraft - selbst den baulichen Werdegang beleuchtete, den Helfern des Knappenvereins Sangerhausen-Wettelrode, den Historikern Dr. Seib, Dr, Kollmann, Dr. Kinzig sowie dem Heimatforscher Karl-Heinz Kessler und den vielen Sponsoren für materielle und finanzielle Spenden dankte, ging Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer auf die Verbindung zwischen Rathaussanierung und Stollenausbau ein.
„Wir sahen uns gezwungen statische Veränderungen vorzunAehmen. Und mit dem eigentlichen Ausbau konnte erst begonnen werden, als das Rathausumfeld saniert und der Keller vor eindringender Nässe geschützt war. Leider sind, just als alle Voraussetzungen geschaffen waren, binnen kurzer Zeit die Führungskräfte des Bergbauvereins, August Ratajczak und Werner Pfaffenbach, verstorben“, konstatierte der Bürgermeister. Dank des Teams Rudi Kraft, Wolfgang Seip und Horst Arnold sei, so Schäfer, nun an die Bergbaugeschichte der Stadt Sontra erinnert, ein außerschulischer Lehrort entstanden und ein weiteres Stück Stadtgeschichte erlebbar gemacht worden.
Den Reigen der Grußworte, die Rudi Kraft immer wieder mit köstlicher Situationskomik ergänzte, eröffnete Stadtverordnetenvorsteher Heinz Gebhardt. Er hat nach wie vor die Vision, dass 20 Millionen Tonnen Eisenerz im Boden unter Sontra liegen: „Wenn wir die zu Tage fördern, können wir viele städtische Probleme lösen.“ Für die geleistete Arbeit sprach er seinen höchsten Respekt aus.
Der Landesvorsitzende der hessischen Knappenvereine, Dieter Guterjahn, freute sich, dass der Sontraer Verein wieder stabil ist. „Glück-Auf heißt aufschließen. Und hier in Sontra ist etwas Neues aufgeschlossen worden. Es wäre schön, wenn sich jetzt viele Mitglieder anmelden würden, um den Verein zu stärken und bei künftigen Projekten zu helfen. Dieser Bitte ist der SPD-Landtagsabgeordnete Dieter Franz sofort nachgekommen, er ist neuer Sontraer Bergknappe. „Wenn jemand sagen kann ich habe einen Kumpel, so wie es die Knappen tun, dann ist das mehr wert als Geld auf dem Konto. Hier sind Tradition und Technik in Einklang gebracht worden, die Solidarität unter den Mitgliedern ist einfach großartig“, lobte Dieter Franz.
„Die Sparkassenstiftung unterstützt Kultur, Tradition und Geschichte. Von daher gab es keine Diskussionen, wir haben das Projekt gerne mit 3 500 Euro bedacht und unterstreichen damit das klare Bekenntnis zum Werra-Meißner-Kreis und den hier lebenden Menschen“, so der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Werra-Meißner, Frank Nickel. „Das Vertrauen, das die Kunden gegenüber unserer Bank zum Ausdruck bringen, macht diese Unterstützung erst möglich“, sagte Frank Nickel.
Hänselmeister Wolfgang Ewald, Waltraud Geilfus vom AWO-Ortsverein, Karen Kolodziej als Leiterin der Barbaraschule, Nentershausens Bürgermeister Ralf Hilmes, die befreundeten Knappenvereine, Georg Baurhenne vom Kleingartenverein und schließlich Renate Schäfer, die August Ratajczak sehr nahe stand, gratulierten mit lieben Worten.
(Dienstag, 2. Juni 2009)
 
 
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